Nasennebenhöhlen 

Oper­a­tion der Nasen­neben­höhlen (NNH)

Nasen­neben­höhlen

Durch virale oder bak­terielle Infek­te bekommt fast jed­er Men­sch im Laufe seines Lebens ein­mal eine akute Sinusi­tis, d.h. Nasen­neben­höh­le­nentzün­dung. Sie verur­sacht eine ver­stopfte Nase, schleimig eitri­gen Nase­naus­fluss und Kopf­schmerzen, ins­beson­dere beim Bück­en. Kon­se­quent behan­delt heilt die akute Nasen­neben­höh­le­nentzün­dung in der Regel rasch und fol­gen­los aus.
Im Gegen­satz dazu sind die chro­nis­chen For­men der Nasen­neben­höh­le­nentzün­dun­gen gekennze­ich­net von regelmäßigem und hart­näck­igem Wieder­auftreten (Rezidi­v­en) und zunehmenden Dauerbeschw­er­den. Dazu gehören ins­beson­dere Konzen­tra­tionsstörun­gen, all­ge­meine Infek­tan­fäl­ligkeit, Kopf­schmerzen, behin­derte Nase­n­at­mung und Riechverlust. 

Im Zuge des Erkrankungsver­laufs verän­dert sich die Nasen­neben­höh­len­schleimhaut: sie lagert Wass­er und Entzün­dungszellen ein und wird dick. Die Belüf­tungs- und Drainagewege zwis­chen Nase und Neben­höhlen ver­stopfen, die Neben­höhlen „erstick­en im eige­nen Schleim“. Im End­sta­di­um der Erkrankung wer­den sämtliche Nasen­neben­höhlen von galler­tar­ti­gen Schleimhautquallen („Polypen“, Poly­po­sis nasi) ver­stopft, so dass keine gesunde, funk­tion­stüchtige Schleimhaut mehr übrig bleibt.
Die betrof­fe­nen Patien­ten erlei­den ständig schwere, eitrige Infek­te, kön­nen nicht mehr durch die Nase atmen, entwick­eln ein laut­starkes Schnar­chen, ver­lieren ihr Riechver­mö­gen und bekom­men zunehmend bronchiale Erkrankun­gen (chro­nis­che Bron­chi­tis, Asthma).

Wie wird die Diagnose gestellt?

Vorgeschichte (Anam­nese) und Beschw­er­den sind typ­isch. Bei der endoskopis­chen Unter­suchung der Nase erken­nt der HNO-Arzt meist die charak­ter­is­tis­chen, qual­li­gen Schleimhautverän­derun­gen (Polypen). Allerd­ings lässt sich endoskopisch nicht erken­nen, wie tief die Verän­derun­gen im Neben­höh­len­sys­tem ver­wurzelt sind. Zur genauen Beurteilung der Erkrankung ist daher eine exak­te bildgebende Diag­nos­tik (Com­put­er­to­mo­gra­phie, Kern­spin­to­mo­gra­phie) unverzichtbar.

 

Wodurch wird die chronische Nasennebenhöhlenentzündung verursacht?

Zwei Fak­toren scheinen von Bedeu­tung zu sein:

Anatomis­che Beson­der­heit­en, ins­beson­dere Eng­stellen in der Nase oder im Belüf­tungssys­tem zwis­chen Nase und Neben­höhlen
Eine Fehls­teuerung der Immunreak­tion in der Schleimhaut
Eng­stellen und anatomis­che Block­aden behin­dern die Belüf­tung und Drainage der empfind­lichen Schleimhaut und sor­gen dafür, dass sich die Erkrankung von ein­er Schwach­stelle in zunächst gesunde Regio­nen aus­bre­it­et.
Die immu­nol­o­gis­che Fehls­teuerung ver­set­zt die Schleimhaut in einen ständi­gen Aggres­sion­szu­s­tand gegen sich selb­st. Nach aktuellen Stu­di­en wehrt sich die Schleimhaut möglicher­weise gegen einen ver­meintlichen Ein­drin­gling und set­zt dabei Sub­stanzen frei, die sie selb­st zerstören.

 

Worin bestehen die Behandlungsprinzipien?

Die Behand­lung zielt ein­er­seits darauf ab, Eng­stellen und anatomis­che Block­aden zu beseit­i­gen, und ander­er­seits, die über­schießende Immunreak­tion der Schleimhaut zu reg­ulieren.
Die Palette der Maß­nah­men reicht von abschwellen­den Nasen­sprays über entzün­dung­shem­mende Medika­mente bis zu oper­a­tiv­en Maß­nah­men. Das Aus­maß der Beschw­er­den und der Grad der Schleimhautverän­derun­gen bes­tim­men, welche Schritte im Einzelfall sin­nvoll sind.
Darüber hin­aus müssen die akut eitri­gen Inter­valle antibi­o­tisch behan­delt wer­den, ins­beson­dere wenn Komplikationendrohen.

 

Wozu dienen cortisonabgeleitete (corticoide) Nasensprays?

Das kör­pereigene Hor­mon Cor­ti­son kann die über­schießende, selb­stzer­störende Schleimhautreak­tion unter­brechen und ver­hin­dern, dass die Schleimhautschä­den ständig zunehmen. Das Hor­mon wird als Spray oder Pul­ver in die Nase gesprüht, so dass Wirkung nur dort auftritt, wo sie erwün­scht ist, näm­lich in der Schleimhaut. Im Gegen­satz zur Cor­ti­son­be­hand­lung mit Tablet­ten verur­sacht diese Behand­lungs­form daher keine rel­e­van­ten Neben­wirkun­gen.
Allerd­ings tritt die Wirkung nur langsam ein, weshalb die Sprays langfristig und regelmäßig ein­genom­men wer­den müssen. Auch kann nicht immer eine zufrieden­stel­lende Beschw­erdelin­derung erzielt werden.

 

Gibt es Alternativen zum Corticoidspray?

Zufrieden­stel­lende Alter­na­tiv­en gibt es bis­lang nicht. Der Verzicht auf diese Sprays würde bedeuten, das ständi­ge Fortschre­it­en der Erkrankung hinzunehmen. Nach unser­er Erfahrung kön­nen sich beglei­t­ende, alter­na­tive Behand­lungs­for­men (Homöopathie, Naturheil­ver­fahren, Akupunk­tur, etc.) gele­gentlich gün­stig auswirken.

Wann muss operiert wer­den?
Es muss operiert wer­den, wenn Kom­p­lika­tio­nen einge­treten sind, oder dro­hen. Darüber hin­aus sollte operiert wer­den, wenn die Beschw­er­den trotz kon­se­quenter medika­men­tös­er Maß­nah­men nicht beherrschbar sind.

 

Worin besteht das Ziel der Operation?

Ziel ist es, in den erkrank­ten Regio­nen Belüf­tung und Drainage wieder­herzustellen, und so für eine weit­ge­hende Schleimhauter­hol­ung zu sor­gen. Gesunde Schleimhaut bleibt unange­tastet, und ist das Regen­er­a­tionreser­voir für ehe­mals kranke Struk­turen. („Funk­tionelle, min­i­mal inva­sive, endoskopis­che Nasen­neben­höh­lenchirurgie“).
Gegenüber tra­di­tionellen, radikalchirur­gis­chen Maß­nah­men hat dieses mod­erne, schleimhautscho­nende Ther­a­piev­er­fahren deut­lich bessere Ergebnisse.

 

Welche Risiken hat die Operation?

Dies hängt stark von den indi­vidu­ellen Gegeben­heit­en ab, ins­beson­dere, wie weit die Schleimhautverän­derun­gen fort­geschrit­ten sind, und welche Neben­höh­len­ab­schnitte betrof­fen sind. Auf­grund der anatomis­chen Ver­hält­nisse birgt die Nasen­neben­höh­lenchirurgie poten­tielle Gefahren für alle Nach­baror­gane, mit fol­gen­den Komplikationsmöglichkeiten:

Blu­tung, Nach­blu­tung, Bluter­guss
Bil­dung von Blut­gerinnseln und Ver­schlep­pung ins Hirn oder Auge (Embolie)
Riech­störung, bzw. Riechver­lust
Kopf­schmerzen, Irri­ta­tion des Trigemi­nus­ner­ven, Trigemi­nus­neu­ral­gie
Infek­tion, Hirn­hau­t­entzün­dung
Ver­let­zung der Schädel­ba­sis und der Hirn­haut (Hirn­wasser­fluss)
Ver­let­zung der Augen­höh­le (Sehstörun­gen, Dop­pel­bilder, Erblind­ung)
Ver­let­zung der Trä­nen­wege (Trä­nen­träufeln)
Die mod­er­nen Hil­f­s­mit­tel (Winke­len­doskope, Mikroskop, Com­put­er­to­mo­gra­phie und Kern­spin­to­mo­gra­phie) ermöglichen dem Oper­a­teur jed­erzeit genaue Sicht und Ori­en­tierung, so dass Nasen­neben­höh­lene­in­griffe heute im all­ge­meinen sich­er und wenig belas­tend sind.

 

Was ist das Prinzip der Operation?

Wir gehen nach den Grund­sätzen der min­i­mal inva­siv­en, funk­tion­ser­hal­tenden Nasen­neben­höh­lenchirurgie vor. Wir arbeit­en uns bei dem Ein­griff unter Zuhil­fe­nahme von Endoskop und Mikroskop auf dem gle­ichen Weg in die erkrank­ten Neben­höhlen vor, wie die Erkrankung dor­thin gelangte. Block­aden wer­den beseit­igt, Eng­stellen erweit­ert, Polypen abge­tra­gen. Gesunde Schleimhaut wird geschont. Die Maß­nah­men enden, wo gesunde, belüftete Regio­nen erre­icht sind.
Der Ein­griff wird mit dem entsprechen­den Spezialin­stru­men­tar­i­um, ein­schließlich eines Dio­den­lasers, durchge­führt.
Zum Ende des Ein­griffs wer­den weiche Schaumgum­mi­ta­m­pon­aden ein­gelegt, die Nach­blu­tun­gen ver­hin­dern. Diese wer­den in der Regel am Tag nach der Oper­a­tion entfernt.

 

Wie lange dauert der Eingriff?

In Abhängigkeit vom Erkrankungssta­di­um und den erforder­lichen Begleit­maß­nah­men (Begr­a­di­gung der Nasen­schei­de­wand, Laser­be­hand­lung der Nasen­schwellkör­p­er, etc.) 45 bis 60 Minuten.

 

Wie sind die Erfolgsaussichten der Operation?

Das ist abhängig vom Aus­prä­gungs­grad der Erkrankung. Die besten Erfol­gsaus­sicht­en beste­hen bei mäßig fort­geschrit­te­nen Erkrankungssta­di­en. Häu­fig heilen die Neben­höhlen kom­plett und dauer­haft aus. Diese Patien­ten bleiben dann dauer­haft beschw­erde­frei.
Im Spät­sta­di­um der Erkrankung sind die Aus­sicht­en auf eine völ­lige Ausheilung ger­ing. Die Oper­a­tion kann dann allerd­ings eine deut­liche Beschw­erdelin­derung bewirken.

 

Welche Nachbehandlung ist nach der Operation erforderlich?

Mit dem Ein­griff ist das Behand­lungsziel noch nicht erre­icht. Die Wund­flächen in der Nase verkrusten und ver­borken, die Schleimhaut schwillt an. Durch eine aktive Nach­be­hand­lung muss ver­hin­dert wer­den, dass wieder Ver­stop­fun­gen und Block­aden entste­hen und sich die Schleimhauterkrankung neu entwick­elt.
Einen Teil dieser Nach­be­hand­lung führt der Patient selb­st in Form von Nasen­spülun­gen und Inhala­tio­nen durch, den anderen Teil übern­immt der HNO-Arzt. Die Nach­be­hand­lung wird ab dem ersten Tag nach der Oper­a­tion täglich auf der Sta­tion durchge­führt, nach der Ent­las­sung aus dem Kranken­haus ambu­lant in der Prax­is. Meist muss über min­destens sechs Wochen nach­be­han­delt wer­den, mit allerd­ings abnehmender Häu­figkeit und Inten­sität.
Von dieser Nach­be­hand­lung unab­hängig muss für min­destens sechs Monate nach OP regelmäßig ein cor­ti­son­haltiges Nasen­spray in die Nase gesprüht wer­den, um die Neu­bil­dung von Schleimhaut­polypen zu verhindern.

 

Was ist sonst zu beachten?

Alles, was die Schleimhaut zusät­zlich schädigt, soll­ten Sie mei­den: Nikotin, Rauch, ätzende Dämpfe. Alko­hol.
Allergik­er soll­ten zusät­zlich inten­siv im Hin­blick auf ihre Allergie behan­delt wer­den, da sich die bei­den Erkrankun­gen gegen­seit­ig ver­stärken.
Vor­sicht ist geboten im Umgang mit Aspirin und ver­wandten Schmerzmit­teln. Diese Medika­mente kön­nten eine Bronchialv­eren­gung, bis hin zum Asth­maan­fall, verur­sachen („Aspirin­in­tol­er­anz“).
Auch manche Nahrungsmit­tel kön­nen Nasen­neben­höhlen und Bronchien neg­a­tiv bee­in­flussen. Dies gilt z.B. für viele Kon­servierungsmit­tel, Nüsse, Hülsen­früchte, Schim­melkäse. Ob man Unverträglichkeit­en hat, lässt sich nicht zuver­läs­sig testen; man sollte sich daher genau beobacht­en und schlecht verträgliche Nahrungsmit­tel meiden.

Dieses Merk­blatt soll Ihnen einige Basis­in­for­ma­tio­nen ver­mit­teln. Es kann ein Gespräch zu Ihrem indi­vidu­ellen Fall nicht erset­zen. Sprechen Sie uns also auf Ihre Fra­gen an!

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